“Social Media ist weder Umsatzgarant noch ein vorübergehender Trend”

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In der vergangenen Woche berichteten wir im Twingly Blog über Twingly-Mitgründer Björn Milton, der sich nach vielen Jahren in der Startup-Welt entschloss, ein Hotel auf der schwedischen Insel Gotland zu öffnen. Auch heute bleiben wir beim Thema Tourismus: Toocan ist ein Social-Media-Monitoring-Dienst für den deutschsprachigen Raum, der sich besonders mittelständischen Tourismusunternehmen empfiehlt. Das junge Unternehmen mit Büros in Berlin und Wien nutzt Twinglys API, um Daten über die Aktivität der Blogosphäre abzurufen. Wir haben uns mit Gründer und Geschäftsführer Tobias Görgen über die speziellen Problemstellungen der Tourismusindustrie im Social-Media-Zeitalter unterhalten.

Bitte stelle Toocan kurz und kompakt vor.
Ich habe vor genau einem Jahr meinen jetzigen Geschäftspartner Alexander Löbbecke kennen gelernt. Er verfügt über viele Jahre Erfahrung in der Software-Entwicklung im Medienbereich. Ich hatte recht viele Ideen angesammelt, die sich vor allem rund um das Thema Social Media im Mittelstand drehten. So entstand binnen weniger Wochen Toocan: Eine intuitives Tool, das es nicht nur den großen Marken erlaubt, zu beobachten, was Konsumenten im Internet über Unternehmen, Produkte und Trends sagen.

Da wir uns beim Markteintritt fokussieren wollten, entschieden wir uns für die Tourismusindustrie. Dieser Markt ist extrem bewertungsabhängig und wenn man an seine eigene Reiseplanung denkt, dann sind Empfehlungen oft ausschlaggebend. Somit sind viele Hoteliers, Destinationen und Reiseveranstalter sowie deren Agenturen unter unseren Kunden zu finden.

Ihr fokussiert euch auf die Tourismusindustrie – welche Unterschiede zu herkömmlichen Social-Media-Monitoring-Tools gibt es?
Vor allem sind die Quellen andere: Neben den wichtigen Social-Web-Plattformen wie Facebook, Twitter und YouTube erheben wir auch Daten von Bewertungsportalen, die vor allem in der Reiseindustrie von großer Bedeutung sind. Darüber hinaus finden sich viele Reiseblogs und Newsseiten neben allen anderen gängigen Medien bei uns wieder.

Was sind die konkreten Problemstellungen, mit denen sich eure Kunden an euch wenden?
Die meisten Mittelständler tun sich schwer dabei, sich überhaupt einen Überblick zu verschaffen, weil personelle aber budgetäre Ressourcen meist knapp sind. Da kommt vielen eine automatisierte Beobachtung gerade recht. Da wir nicht nur das eigene Unternehmen für den Kunden monitoren können, sind viele auch z.B. an einem Vergleich zum Wettbewerber interessiert und wollen ihren “Nachbarn” etwas unter die Lupe nehmen.

Hast du ein Beispiel für einen speziellen Case, bei dem ihr einem Kunden besonders helfen konntet?
Best Western, die mit uns alle ihre 200 Hotels im Deutschland beobachten. Schon eigenhändig und manuell ein einziges Hotel zu verfolgen, ist in den Weiten des Webs kaum machbar. Mit mehreren Häusern bzw. Produkten und Themen ist ein Monitoring-Tool unabdingbar. Auch interessant ist der kleine Reiseveranstalter Corfelios. Das Familienunternehmen hat sich auf die Nische Korfu-Reisen spezialisiert und beobachtet über Toocan, wann jemand einen Urlaub nach Griechenland plant und sich entsprechend im Netz äußert, um dann proaktiv ein Angebot zu machen.

Auf welche Weise nutzt ihr Twingly für eure Produkte?
Twingly ist eine tolle Ergänzung für die Vielzahl an Blogs da draußen. Man kann nicht immer und überall wissen, wann es wieder einen neuen, interessanten Blog gibt. Twinglys Expertise hat uns in diesem Bereich somit einen schnellen Start ermöglicht.

Welche Herausforderungen siehst du für die Tourismusbranche im Zeitalter von Social Media? Was hat sich für Hotels und andere touristische Einrichtungen zum Besseren entwickelt, was zum Schlechteren?
Touristische Anbieter sind sehr transparent geworden. Jeder kann seinen Gastgeber nun auf diversen Portalen öffentlich bewerten und sogar Foto- und Filmmaterial bereitstellen. Dies relativiert dann die Hochglanzbilder mancher Anbieter und wird sich durch den Trend von Smartphones und Tablets künftig noch stärker entwickeln. Für die Branche ist dies Fluch und Segen zugleich: Potentielle Mängel werden aufgedeckt, jedoch können die Unternehmen auch darauf reagieren und sich verbessern. Dies setzt natürlich voraus, dass sie überhaupt von Kritiken und Anregungen im Internet mitbekommen.

Welche Tipps würdest du Hotels und anderen Anbietern der Tourismusindustrie geben, um sich an die veränderten Rahmenbedingungen durch Social Media anzupassen?
Social Media ist weder Umsatzgarant noch ein vorübergehender Trend und man sollte einen realistischen Anspruch haben. Aber es ist definitiv eine neue Art der Kommunikation. An dieser Kommunikation kann man sich beteiligen oder auch nicht, würde aber dann viele Chancen ungenützt lassen. Toocan bietet unter anderem an, dass man zumindest “Zuhören” kann, was die Grundlage einer jeden gesunden Kommunikation ist.

Wo können Interessierte euch persönlich treffen?
Wir haben zwar Standorte in Berlin und Wien, treffen unsere Kunden aber meist auf Messen wie der ITB Berlin, der Kölner Reisemesse und der CMT Stuttgart, oder auch gerne bei ihnen vor Ort.

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